Urlaub per Zufallstreffer
Der Schlussverkauf in der Reisebranche heißt Glücksreisen. Das Prinzip: Die Angebote sind vergleichsweise preiswert, die Kunden wissen aber erst mit Erhalt der Reisebestätigung oder auf dem Flughafen, wohin die Reise geht. Auf diese Weise werden Veranstalter noch nicht gebuchte Zimmer los und die Gäste können ein echtes Schnäppchen machen.
In der Regel buchen die Kunden eine Pauschalreise mit bestimmten Vorgaben wie Hotelkategorie, Verpflegung oder Urlaubsregion. Zum Teil sind die Gewinne im Reiseroulette auch sehr unterschiedlich. “Mitspieler” können mit einem Luxushotel das große Los ziehen, aber auch das “Touristenhotel” erwischen. “Selbst die Angabe von Sternen ist in einigen Ländern nicht besonders aussagekräftig”, sagt Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Größere Sicherheit versprechen dagegen Anbieter, die eine Liste von Hotels angeben. “Unsere Clubanlagen bieten alle ´All inklusive´ oder ´Vollpension´ und haben einen hohen Standard”, sagt Carola Wolff, Sprecherin der Robinson Clubs. Beim Angebot “Hauptsache Robinson” würden Kunden bis zu 25 Prozent sparen. Die Reisenden erfahren aber erst mit der Reisebestätigung etwa drei Wochen vor Beginn der Ferien, in welchem Land sie den Urlaub verbringen werden. Auch für den Abflug kann innerhalb Deutschlands lediglich zwischen fünf Regionen gewählt werden - dafür ist das Zug-Zum-Flug-Ticket inklusive.
Beim Veranstalter TUI gibt es die “Sparreisen”. Hier können Urlauber eine bestimmte Region und Hotelkategorien angeben. “Es ist auch möglich, beispielsweise auf Mallorca die Ost- oder Westküste beziehungsweise sogar einen bestimmten Ort auszuwählen”, erläutert TUI-Sprecherin Stefanie Rother. Dieses Angebot sei bis zu 20 Prozent günstiger.
Allerdings: Wer “die Katze im Sack kauft”, könne später kaum Ansprüche geltend machen, betont Beate Wagner. Wie beim Glücksspiel müssten sich die Urlauber auf ein gewisses Risiko einlassen. “Wenn vertraglich keine Standards vereinbart wurden, kann sich der Kunde auch nicht beschweren”, fügt die Reiseexpertin hinzu. Allerdings müsse auch bei Glücksreisen nicht alles in Kauf genommen werden. “Ist das Hotelzimmer verdreckt, kann der Gast das natürlich beanstanden”, versichert Wagner. (ddp)