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Archive for June, 2006


Ohne Hund und Katze auf Reisen

Häufig kann ein Haustier nicht mit auf Reisen genommen werden. Damit Herrchen oder Frauchen den Urlaub trotzdem genießen können, sollten sie sich rechtzeitig um die Unterbringung ihres Lieblings kümmern. “Im Mittelpunkt der Überlegungen sollte das Wohl des Tieres stehen”, sagt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes.

Viele Tierschutzvereine vermitteln private Betreuungsangebote. Sie haben Adressen von Freiwilligen gesammelt, die sich auf Zeit um ein Tier kümmern. Etliche Angebote beruhen auf Gegenseitigkeit und laufen im Rahmen der Aktion “Nimmst du mein Tier, nehm´ ich dein Tier” des Tierschutzbundes. Dieser hat auch eine Servicehotline eingerichtet, unter der sich Interessierte über die Aktion und die teilnehmenden Vereine informieren können (Tel.: 0228/6049627, Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 18.00 Uhr und Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr).

Bevor sich Herrchen oder Frauchen in den Urlaub verabschieden, sollte der Tiersitter probeweise einige Zeit mit dem Pflegetier verbringen können. Vor seiner Abreise muss der Tierbesitzer klären, ob der Versicherungsschutz des Tieres gewährleistet ist und dem Betreuer die Anschrift des Tierarztes hinterlassen. Unbedingt sollte das Tier während des Urlaubs sein gewohntes Futter bekommen. “In einer fremden Umgebung braucht es vielleicht auch sein vertrautes Körbchen oder ein Lieblingsspielzeug”, sagt Schröder.

Einige Tierheime und viele Tierpensionen bieten die Betreuung von Haustieren gegen Bezahlung an. “Bei der Auswahl einer Unterbringung ist nicht der Preis oder eine luxuriöse Ausstattung entscheidend”, berichtet der Experte. Wichtig sei die Qualifikation der Betreuer, die man anhand des Sachkundenachweises überprüfen könne. Sehr genau sollte man sich ansehen, wie die Tiere versorgt und untergebracht würden. Denn selbst bei guten Bedingungen kämen einige Tiere mit einem bestimmten Umfeld nicht zurecht. “Scheue Hunde zum Beispiel haben in einem Rudel Angst und brauchen Rückzugsmöglichkeiten”, erläutert Schröder.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Seite des Tierschutzbundes unter tierschutzbund.de (Rubrik: Urlaubsaktion). Hier lassen sich auch eine Informationsbroschüre zum Thema “Tier und Urlaub” und Tipps zur Beurteilung von Tierpensionen herunterladen. (ddp)

Sabine Christiansen hoert auf

ARD-Polittalkerin Sabine Christiansen kündigt überraschend das Ende ihrer Sonntags-Talkshow im Ersten an. Die Moderatorin habe sich mit der ARD darauf geeinigt, ihre Sendung “Sabine Christiansen” nur noch bis zur Sommerpause 2007 fortzusetzen, teilte der Sender am Freitag in München mit. Nachfolger für ein neues Talkformat am Sonntagabend um 21.45 Uhr werde Moderator Günther Jauch.

ARD-Polittalkerin Sabine Christiansen kündigt überraschend das Ende ihrer Sonntags-Talkshow im Ersten an. Die Moderatorin habe sich mit der ARD darauf geeinigt, ihre Sendung “Sabine Christiansen” nur noch bis zur Sommerpause 2007 fortzusetzen, teilte der Sender am Freitag in München mit. Nachfolger für ein neues Talkformat am Sonntagabend um 21.45 Uhr werde Moderator Günther Jauch. Er bleibt nach RTL-Angaben aber auch dem Kölner Sender erhalten.

Nach fast zehn Jahren Leitung der Sendung habe sie der ARD mitgeteilt, sich ab Sommer 2007 aus der Moderation zurückzuziehen, sagte Christiansen der ARD-Mitteilung zufolge. Die Gründe für diese Entscheidung lägen “in einem verstärkten Engagement meinerseits für das weltweite CNBC-Format ´Global Players´ als auch im privaten Bereich durch eine Verlagerung meines Lebensmittelpunktes ins Ausland.” Wie die Nachrichtenagentur ddp aus dem Umfeld von Christiansen erfuhr, wird die 48-Jährige nach Paris zu ihrem Lebenspartner, dem französischen Jeans-Unternehmer Norbert Medus, ziehen.

Nach Angaben der ARD vergeht bis zum Vollzug des “Stabwechsels im politischen Sonntagabendtalk im Ersten” noch mehr als ein Jahr. Jauch wird ab September 2007 am Sonntagabend um 21.45 Uhr mit dem neuen Format an den Start gehen. Er freue sich, Christiansens Nachfolge anzutreten, betonte Jauch. “Noch sind die Verträge nicht unterschrieben, aber die ARD und ich hoffen, dass uns gemeinsam ein ebenso anspruchsvolles wie beim Publikum erfolgreiches Format gelingen wird”, fügte er hinzu.

Jauch betonte zugleich, er sei sich mit RTL einig, dass sich an der “guten Zusammenarbeit” nichts ändern werde. Sender-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt betonte: “Wir freuen uns auf weitere Ausgaben von ´Wer wird Millionär?´ und ´stern TV´ ebenso wie auf neue Eventshows wie ´Typisch Frau, typisch Mann´ mit Günther Jauch bei RTL.”

ARD-Programmdirektor Günter Struve bedauerte den Entschluss von Christiansen. Er sei jedoch froh, dass es gelungen sei, die Moderatorin “zu überreden”, noch bis 2007 weiterzumachen. Mit Jauch sei es gelungen, “nicht nur eines der bekanntesten Fernsehgesichter Deutschlands zu gewinnen, sondern mehr noch einen exzellenten Journalisten”, fügte er hinzu.

NDR-Intendant Jobst Plog sagte, Christiansen habe dem Sonntagabend im deutschen Fernsehen “eine völlig neue Prägung gegeben”. Ihr großes Verdienst sei es, Woche für Woche ein Millionenpublikum für schwierige politische Themen zu gewinnen. Zugleich lobte er Nachfolger Jauch, der “öffentlich-rechtlich geprägt” sei und sich durch “hohe journalistische Kompetenz” auszeichne. Der NDR ist der federführende ARD-Sender für “Sabine Christiansen”.

Christiansen leitet die Sendung seit 1997. Die Talkshow wurde erstmals im Januar 1998 ausgestrahlt. Von 1987 bis 1997 moderierte sie die ARD-Nachrichtensendung “Tagesthemen”. Die 48-Jährige, die ihre Talksendung auch produziert, ist auch deutsche Unicef-Botschafterin. (ddp)

Klinsmann widerspricht Kahn

Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann die Kritik von Oliver Kahn hinsichtlich seiner Entscheidung in der Torwartfrage nur bedingt nachvollziehen.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann kann die Kritik von Oliver Kahn hinsichtlich seiner Entscheidung in der Torwartfrage nur bedingt nachvollziehen. Zwar könne er Kahn gut verstehen, da es ihm sehr schwer falle, seine neue Rolle als Ersatzmann hinter Jens Lehmann zu akzeptieren. Allerdings habe es durchaus “mehrere Gespräche” mit Kahn gegeben, betonte Klinsmann am Montag in Berlin, und widersprach damit dem Routinier vom FC Bayern München. Dieser hatte zuvor in einem Interview mit dem “Spiegel” moniert, dass ihm der Bundestrainer “nie eine Erklärung” für seine Zurückversetzung gegeben habe. Er habe Klinsmann deutlich gesagt, dass er es nie nachvollziehen und verstehen werde, “warum ich nicht mehr die Nummer eins bin”, beklagte der 37-Jährige. Klinsmann betonte jedoch, dass er mit dieser Aussage kein Problem habe. “Er fühlt sich nach wie vor als Nummer eins und ist fest davon überzeugt, dass er bei dieser WM spielen müsste”, äußerte er Verständnis. Zudem würdigte der Bundestrainer erneut Kahns neue Rolle in der Mannschaft. Der Bayern-Keeper würde diese mit “großer Professionalität” ausfüllen. “Je weiter wir kommen in diesem Turnier, desto größer ist der Anteil von Oliver Kahn. Er ist wirklich sehr wichtig für uns.”

deutsche Nationalmannschaft - Optimismus pur

Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien will die deutsche Nationalmannschaft endlich ihre sechs Jahre andauernde Negativserie gegen die großen Fußball-Nationen beenden.

Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien will die deutsche Nationalmannschaft endlich ihre sechs Jahre andauernde Negativserie gegen die großen Fußball-Nationen beenden. “Der Zeitpunkt ist recht gut, um diese Serie zu brechen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappen wird”, sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Montag in Berlin. Der letzte Sieg einer deutschen Elf gegen einen großen Gegner datiert vom 7. Oktober 2000. Damals hatte sich die noch von Teamchef Rudi Völler trainierte DFB-Auswahl im Londoner Wembleystadion einen 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen England erkämpft. Seitdem setzte es aber in 17 Spielen 11 Niederlagen, darunter auch das verlorene WM-Finale gegen Brasilien (0:2). Ungeachtet dieser Horror-Statistik strotzte Klinsmann vier Tage vor dem WM-Knüller im Berliner Olympiastadion (Freitag, 17.00 Uhr, live in der ARD und bei Premiere) nur so vor Selbstbewusstein: “Wir haben den festen Glauben, dass wir Argentinien schlagen können.” Seine Mannschaft müsse sich bei dieser Weltmeisterschaft vor keiner Nation verstecken. “Wir können mit allen mithalten.”

Gleichwohl bezeichnete der 41-Jährige die Südamerikaner als Riesenkaliber. Die “Albiceleste” habe eine große Mannschaft. “Aber denen können wir absolut Paroli bieten”, betonte Klinsmann. Auch gegen die favorisierten Südamerikaner will sich Klinsmann nicht von seiner offensiv ausgerichteten und extrem laufintensiven Spielphilosophie verabschieden. Er mache sich auch überhaupt keine Sorgen, dass seine Mannschaft aufgrund ihres enormen Energieaufwandes Probleme bekommen könne. “Im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass wir noch wesentlich mehr drauflegen können”, versprach der Bundestrainer. Zwar müsse seine Truppe nach dem souveränen 2:0-Sieg im Achtelfinale gegen Schweden “die Batterie aufladen”. Man werde aber im Training keineswegs die Intensität runterfahren. “Wir werden so arbeiten, dass wir die Batterie nicht nur aufladen, sondern für die nächste Aufgabe noch ein Stückchen größer machen”, betonte Klinsmann. In Erwartung einer möglichen hitzigen Auseinandersetzung mit den emotionalen “Gauchos” nahm Klinsmann seine Spieler zugleich in die Pflicht. “Man kann nur hoffen dass alle Spieler diszipliniert bleiben und sich jeder im Griff hat.”

In der Hitze des Gefechts sei aber alles möglich, sagte Klinsmann mit Blick auf das Achtelfinale zwischen Portugal und der Niederlande (1:0), bei dem am Sonntagabend mit vier Platzverweisen ein neuer WM-Rekord aufgestellt wurde. Er glaube aber nicht, dass es mit der Disziplin Probleme geben werde. Seine Elf sei auch vom Kopf her bestens präpariert. “Die Spieler haben ein Gefühl dafür entwickelt, was diese Weltmeisterschaft für sie bedeutet. Das es etwas Einmaliges ist. Das werden sie nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen”, betonte der Bundestrainer. Für das Kräftemessen mit dem zweifachen Weltmeister kann Klinsmann auf alle Fälle auf Michael Ballack zurückgreifen. Wegen einer leichten Verletzung am Mittelfuß hatte der 29-jährige Kapitän am Sonntag vorsichtshalber mit dem Training ausgesetzt. Laut Klinsmann sei nun aber “alles bestens und behoben.” Von einem Schlüsselduell Ballacks mit dem argentinischen Regisseur Juan Roman Riquelme wollte Klinsmann aber nicht sprechen. “Es spielen zwei Topmannschaften gegeneinander, die sich alles abverlangen werden.”

Gralssucher der Gegenwart

Ob Maria Magdalena die Geliebte von Jesus war, wie es der neue Kinohit “Sakrileg” glauben macht, weiß Paul Amoros nicht. Aber er bäckt Navettes, kleine Biskuits in der Form eines Bootes. Der Legende nach soll die Heilige mit einem Boot nach Marseille geflüchtet sein. Ihre Reliquien locken bis heute Pilger ins südfranzösische St.-Maximin.

Fragt man ihn danach, kommt Amoros in seine Crêperie und ins Erzählen. Es bedurfte nicht erst Dan Browns Bestseller “Da Vinci Code”. Seit er vor 25 Jahren in Trigance die Moulin de Soleil übernahm, hat ihn der nach dem 1. Kreuzzug in Jerusalem zum Schutz christlicher Pilger gegründete Templerorden nicht mehr losgelassen. Die wirtschaftliche Basis der Templer lag in der Provence, wo sie 29 Komtureien betrieben. In ihrem Weinkeller von Peyrassol wird bis heute Wein gekeltert. Auf einem Templerhof nahe Bras sind nunmehr Gästezimmer eingerichtet.

Gestenreich erklärt der Müller, wo Templer-Spuren zu finden sind. Hier ein vergilbtes Dokument über den Gral. Dort eine mysteriöse Inschrift an einer Felswand. “Bevor sie wissenschaftlich untersucht werden konnte, hat sie jemand mit Salzsäure übergossen”, sagt er enttäuscht. Wenn man Glück hat, schließt Amoros seinen Laden und macht sich mit den Gästen auf den Weg. Die Müllerkappe auf dem grauen Haarzopf, führt er sie etwa zur Kapelle Sainte Anne in Robion. Sie gehört zu neun einsam gelegenen Kirchen, deren Anfangsbuchstaben den Namen TEMPLARII ergeben. Zufall oder Absicht?

Nicht immer lassen sich untrügerische Zeichen der Templer ausmachen. In Rougon, hoch über dem malerischen Verdon, dient die einstige Templer-Kapelle nur noch als Ziegenstall. Christian Delceray führt zu besser erhaltenen Templerruinen. Der Geschichtslehrer weiß, dass die Ordensritter neue Bautechniken aus dem Heiligen Land mitbrachten. Die befestigte Altstadt von Lorgues mit ehemals zwölf Türmen geht auf sie zurück. Er deutet auf eins der drei Verteidigungstore, das man Sarazenentor nennt, und auf Bewässerungsanlagen. “Gedeckte Brunnen sieht man sonst nur in Palästina”, sagt er. Sogar die Fassaden von Gastwirtschaft und Herberge sind noch erhalten. Als untrügliches Templerzeichen gilt das markante Kreuz im Gemäuer. Ein Sprichwort sagt: “In Lorgues wird man alt und glücklich.” Die Touristen scheinen dies wörtlich zu nehmen, sind es im Sommer doch doppelt so viele wie Einwohner. Sie lieben die provenzalische Idylle mit Cafés, verwinkelten Gassen und dem schönsten Wochenmarkt der Gegend.

Manche Templerstätten sind in Privatbesitz, und es wird nicht gern gesehen, wenn Touristen sie betreten. Der Weg zur Gemeinde Villecroze ist schnell gefunden. Aber nur ein Schild an der Autostraße verweist auf die “Domaine de Templiers”. Ex-General Piere Multon hat eine Initiative zum Erhalt der Anlage gegründet, deren Kapelle zur gleichen Zeit entstand wie die viel besuchte Zisterzienserabtei Le Thoronet. “Im einsamen Hochplateau von Canjuers, südlich der Verdonschlucht, harren noch zehn Templerkirchen ihrer Entdeckung”, sagt er. “Dort darf allerdings auch keiner hin. Das ist militärisches Sperrgebiet.”

Auf derartigen Entdeckertouren bleibt man nicht konsequent in der Geschichte, sondern schließt Bekanntschaft mit der Gegenwart - einem Bildhauer und seiner Kunst oder dem für die Region typischen Ziegenkäse bei einer Verkostung. Besonders Neugierige stoßen vielleicht auf den verlassenen Ort Chateauneuf in 1140 Metern Höhe. Nur einen Fußmarsch vom Ruinendorf soll sich ein Templer in einer Höhle verborgen haben, als der französische König Philipp IV., der Schöne, den Orden 1307 auslöschte und sein immenses Vermögen beschlagnahmte.

Grals- und Schatzsucher der Jetztzeit entdecken die Gastfreundschaft der Provenzalen und kommen mit ihnen ins Gespräch, wie mit dem Müller und dem General. Legenden und Mythen schärfen den Blick fürs Detail. Gleich zwölf Legenden ranken sich im Ort Moustiers Sainte Marie um die Herkunft des goldenen Sterns, der an einer 135 Meter langen Kette zwischen den Felsen hängt. Eine besagt, dass ein Kreuzfahrer ihn dort aus Dankbarkeit aufhängte, weil er der Gefangenschaft der Sarazenen entkam. Es könnte ein Templer gewesen sein. Schließlich ziert auch die Tür der Wallfahrtskirche, zu der ein steiler Fußweg mit 365 Stufen führt, ein Templerkreuz.

Im Mai bedeckt ein Teppich aus rotem Mohn die Wiesen der Provence. Die Straßen säumen gelb blühende Ginsterbüsche. Im Sommer ist sie ein einziges Lavendelfeld. Mit etwas Glück sieht man über den bizarren Schluchten des Verdon die Geier kreisen. “Manche Leute kamen mit Dynamit”, erinnert sich Amoros, “den legendären Gral hat dennoch keiner gefunden”. Für ihn ist der wirkliche Schatz der Templer die Natur selbst mit ihren Wundern, wie das 42 Grad heiße Thermalwasser am Fuß der Ruinen der Templerburg von Greoux. (ddp)