Abschiedsempfang fuer Ulrich Wickert
Eigentlich hätte er am Dienstagabend arbeiten müssen. Schließlich ist “Wickert-Woche” bei der ARD-Nachrichtensendung “Tagesthemen”. Dass der 63-Jährige jedoch nicht im Studio sitzt, hat er seiner Kollegin Anne Will zu verdanken. “Ich habe Anne gefragt, ob sie mir einen Abend schenkt”, erzählt er. Dank ihres “Ja” kann er sich auf seinem Abschiedsempfang in Hamburg feiern lassen.
Eigentlich hätte er am Dienstagabend arbeiten müssen. Schließlich ist “Wickert-Woche” bei der ARD-Nachrichtensendung “Tagesthemen”. Dass der 63-Jährige jedoch nicht im Studio sitzt, hat er seiner Kollegin Anne Will zu verdanken. “Ich habe Anne gefragt, ob sie mir einen Abend schenkt”, erzählt er. Dank ihres “Ja” kann er sich auf seinem Abschiedsempfang in Hamburg feiern lassen. Es hätte natürlich auch blöd ausgesehen, wenn die Hauptperson früh gegangen wäre.
Mehr als 300 Gäste folgten der Einladung von NDR-Intendant Jobst Plog und seinem WDR-Kollegen Fritz Pleitgen, darunter Hamburgs ehemaliger Erster Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, SWR-Intendant Peter Voß und Regisseur Jürgen Flimm. Neben den Chefredakteuren Giovanni di Lorenzo (”Zeit”) und Stefan Aust (”Spiegel”) sagten auch zahlreiche alte Weggefährten wie Sabine Christiansen und Dagmar Berghoff “Mr. Tagesthemen” tschüß.
Für den Ort der Feier wählte der NDR das Haus 14 auf dem Gelände des Senders im Stadtteil Lokstedt, direkt gegenüber dem Haus gelegen, in dem Wickert am Donnerstagabend letztmals auf dem Stuhl des Anchor-Man der “Tagesthemen” Platz nehmen wird. Bester Laune empfängt der Abschiednehmende seine Gäste auf dem roten Teppich. Das Ambiente dürfte dem ehemaligen Paris-Korrespondenten gefallen haben: Draußen ein Crepes-Wagen, drinnen ein großer Käsestand und französische Klänge.
Plog betont, Wickert habe als Nachfolger von Hanns-Joachim Friedrichs zwar in “große Fußstapfen” treten müssen, für die Menschen draußen vor dem Fernseher habe er sich jedoch zu einem “Markenzeichen” entwickelt. Er hinterlasse zweifellos eine Lücke. Pleitgen sagt, mit Wickert gehe “eine Ära zu Ende”. Trotz des Einschnitts gebe es keinen Grund zur Besorgnis. Mit Wickerts Nachfolger Tom Buhrow, der bislang ARD-Korrespondent und Leiter des Studios Washington war, bekämen die “Tagesthemen” einen exzellenten neuen Moderator.
Natürlich gibt es an diesem Abend auch Geschenke. Ein Bücherregal, dass man selber zusammenbauen kann beispielsweise. Schließlich sei es bemerkenswert für einen Fernsehmoderator wie Wickert, dass dieser im Internet überwiegend mit Büchern in Verbindung gebracht werde, sagt Anne Will. Oder einen 1960 gepflanzten französischen Weinstock von den beiden Intendanten Plog und Pleitgen.
Außer Geschenken und Lobesreden wird aber auch viel gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Über die Fernseher flimmern Versprecher und Filmschnipsel aus Wickerts journalistischen Leben wie dessen Gang über den vielbefahrenen Place de la Concorde in Paris, der den Moderator schlagartig bekannt machte. “Der Gang ist das wichtigste journalistische Ereignis, das ich zustande gebracht habe”, sagt Wickert.
Auch wenn er am Donnerstagabend die “Tagesthemen” verlässt, müssen die Fernsehzuschauer aber noch lange nicht Abschied von dem in Tokio geborenen Journalisten nehmen. Mitte August startete seine Literatursendung “Wickerts Bücher”. Drei Mal will er dieses Format in diesem Jahr noch präsentieren. (ddp)






