VW Passat
Er ist der König der Kombis und der Star der Modellreihe. Etwa zwei Drittel aller Passat-Käufer hier zu Lande entscheiden sich für den Variant. Mit seinem neuen Design haben VWs Designer den Kombi auf ein Niveau gehoben, dass sich weit vom einstigen Nutzfahrzeug-Charakter abhebt.
Der Variant ist größer, vielseitiger und sieht attraktiver aus als die Limousine. Deutliche seitliche Bügelfalten, das neue Markengesicht mit trapezförmigem Grill, Front- und Heckscheinwerfer, die das gleiche Designmotiv zeigen sowie ein Innenraum, der die äußere Gestaltung aufnimmt - alles wirkt durchdacht und gekonnt.
Jenseits gewerblicher Nutzung bietet der Passat für Familie wie Freizeit üppig Platz, auf allen Sitzen wie im Gepäckabteil. Fast 1,70 Meter tief ist der Laderaum, wenn die Rücksitzbank (geteilt zu klappen im Verhältnis 1:2) mit zwei einfachen Griffen aus dem Weg geräumt ist. Beim Beladen vermisst man allerdings einen Kratzschutz auf der Oberkante des hinteren Stossfängers.
Der Innenraum folgt weitgehend den Vorgaben der Limousine. Entsprechend ist im Variant die von VW beschworene “Liebe zum Automobil” allgegenwärtig zu erkennen, die Verarbeitung und Materialauswahl tadellos. Ablagen sind in großer Zahl vorhanden, Anzeigen und Bedienungselemente bedürfen keiner näheren Erläuterung. Insbesondere die Vordersitze sind komfortabel und bieten angenehmen Halt. Selbst lange Passagen werden entspannt absolviert. Auch auf den Fondsitzen - ein knapper halber Meter Knieraum hinter einem korrekt eingestellten Fahrersitz ist mehr, als viele Oberklasse-Limousinen offerieren.
Das stressfreie Fortkommen wird vom Fahrverhalten und der Motorcharakteristik ordentlich unterstützt. Hat er seine Betriebstemperatur erreicht, belästigt der Selbstzünder Insassen wie Umgebung in keiner Weise mehr mit den einst dieseltypischen Unartigkeiten der akustischen Art. Dank zweier Ausgleichswellen erreicht der TDI ein für VW-Diesel bislang ungewohntes Maß an Laufkultur und Vibrationsarmut.
Zum gelassenen Antrieb, dessen 140 PS zwar keine Mühe mit den gut 1,5 Tonnen Leergewicht haben, der aber an langen Autobahnsteigungen schon mal etwas aus der Puste kommt, addiert sich eine Federung, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Nicht einmal, wenn man den Kombi vollgeladen hat. Die Aktionen des Allradlers sind stets von guter Richtungsstabilität und dem Fehlen tückischer Reaktionen geprägt, selbst bei testweise deaktiviertem ESP. Lenkung, Getriebe wie Bremsen tragen zum Wohlgefühl ihren entsprechenden Teil bei. Der Allradantrieb erhöht die Traktionsreserven und vermittelt das beruhigende Gefühl, auch bei schlechter Witterung oder ungünstigen Fahrbahnzuständen sicher voranzukommen, was man auf winterlichen Straßen schnell zu schätzen lernt.
So zeigt sich der Wolfsburger als ein rundum gelungenes Auto. Nur wer in einer so genannten dynamischen, sportlichen Fahrweise sein fahrerisches Heil sucht, wird sich ein wenig enttäuscht fühlen. Und dass Volkswagen nicht seinem Namen bei der Preisgestaltung entspricht, zeigt rasch ein Blick in die Liste der Preise und Pretiosen. (ddp)
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