Zinsentwicklung beim Baugeld
Immobilienkäufer und Umschuldner müssen in diesem Jahr für ihren Hypothekenkredit womöglich tiefer in die Tasche greifen. Der Mannheimer Baugeldvermittler HypothekenDiscount geht von mindestens zwei weiteren Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) von jetzt 3,5 auf 4,0 Prozent aus.
Oppel zufolge hat die 2006 vollzogene Zinswende in Europa die Finanzierung von Immobilien zunächst spürbar verteuert. Bis zum Sommer seien die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, einer wichtigen Leitgröße für Hypothekendarlehen, auf rund vier Prozent geklettert. Dank der transparenten Zinspolitik der EZB seien die Renditen in der Folgezeit nicht nur stabil geblieben, sondern sogar wieder abgebröckelt.
HypothekenDiscount erwartet laut Oppel, dass die EZB im neuen Jahr weniger kalkulierbar agieren wird als gewohnt. Anders als im vergangenen Jahr müssten sich Immobilienfinanzierer mittelfristig deshalb auf steigende Preise für Hypothekendarlehen einrichten - und kurzfristig auf stärker schwankende Konditionen. Deshalb sollten sich Darlehensnehmer von kurzfristigen Zinstrends unabhängig machen. Die Aufschläge für Hypothekenkredite mit einer Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren sind Oppel zufolge derzeit sehr gering. Zudem sollte eine möglichst hohe Tilgung vereinbart werden.
Auch der Münchener Online-Kreditvermittler Interhyp rät Immobilienkäufern und Umschuldungsinteressenten, die aktuellen Konditionen möglichst langfristig zu sichern. Zudem gewährten einige Anbieter zu Jahresbeginn Sonderkonditionen, indem sie die Vorteile der flachen Zinskurve direkt an die Kunden weiterreichten. Laut Interhyp liegen die Bestsätze bei Annuitätendarlehen für fünf Jahre liegen derzeit bei 3,82 Prozent, für zehn Jahre bei 3,87 Prozent, für 15 Jahre bei 4,22 Prozent und für 20 Jahre bei 4,41 Prozent effektiv. (ddp)