Martinsgans wird teuer
Verbraucher in Nordrhein-Westfalen müssen in diesem Jahr für die Martinsgans tiefer in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Kilopreis des Festtagsbratens liegt mit 8,95 Euro 20 Cent über dem Vorjahreswert, wie eine Sprecherin der Landwirtschaftskammer NRW der Nachrichtenagentur ddp mitteilte. Die Preisspanne beginnt bei 6,90 Euro pro Kilo und endet bei 11,00 Euro.
Das Angebot an geeignetem Schlachtvieh sei in diesem Jahr geringer, so dass Verbraucher nicht zu lange mit dem Kauf warten sollten, riet die Sprecherin. Das Auftreten der Vogelgrippe habe im Frühjahr bei vielen Züchtern zu Verunsicherung geführt. Aus diesem Grund wurden weniger Küken als üblich aufgezogen.
Nach Angaben der Kammer handelt es sich bei Weidemastgänsen aus NRW um ein Qualitätserzeugnis. Sie seien zwar etwas teurer als ihre ungarischen und polnischen Artgenossen, die in etwa drei Monaten gemästet und im Stall gehalten werden, aber die Fleischqualität sei besser.
Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer verbringen nordrhein-westfälische Gänse den überwiegenden Teil ihres Lebens auf der Weide. Im Mai schlüpfen die Küken und nach einer Aufzuchtperiode von etwa vier bis sechs Wochen geht es nach draußen. Dort grasen sie rund sieben Monate lang, um zu St. Martin am 11. November und zu Weihnachten als Gänsebraten auf den Tisch zu kommen.
Die Weidehaltung fördert nach Angaben der Experten die Gesundheit und Robustheit der Tiere, trägt zur Entwicklung eines ausreichend großen Körpers bei, vergrößert das Muskelwachstum und liefert ein reifes, aromatisches Fleisch. Das Fett der Gans ist reich an ungesättigten Fettsäuren. (ddp)