Papst Benedikt XVI. wird bei seiner Reise nach Bayern vom 9. bis 14. September vorrangig Orte besuchen, die in einem engen Zusammenhang zu seiner Biographie stehen. Die Nachrichtenagentur ddp fasst die Verbindung des Papstes zu den wichtigsten Besuchsstationen zusammen:
Samstag, 9. September: München
MARIENSÄULE: Unmittelbar nach seiner Ankunft am Münchner Flughafen wird Benedikt XVI. zur Mariensäule auf dem Marienplatz fahren und dort beten. Damit schließt sich ein Kreis: An dieser Stelle hatte sich Kardinal Joseph Ratzinger als Erzbischof von München und Freising am 28. Februar 1982 mit einem Gebet von der bayerischen Landeshauptstadt verabschiedet, als er in Rom zum Präfekten der Glaubenskongregation wurde.
Sonntag, 10. September: München
LIEBFRAUENDOM: Bei einer Vesper in der Frauenkirche wird der Papst mit jungen Familien, Katecheten, Religionslehrern und Kommunionkindern zusammentreffen. Der Liebfrauendom ist die Kathedrale der Erzbistum von München und Freising und war damit von 1977-1982 die Bischofskirche Ratzingers.
Montag, 11. September: Altötting und Marktl am Inn
ALTÖTTINGER KAPELLPLATZ MIT GNADENKAPELLE: Benedikt XVI. hat eine tiefe Verbindung zum bedeutendsten deutschen Marienwallfahrtsort. Joseph Ratzinger besuchte die “Schwarze Madonna” nicht nur als Erzbischof von München und Freising sowie später als Kurienkardinal, sondern hatte schon als Kind an Wallfahrten nach Altötting teilgenommen, die nach seinen Angaben zu seinen frühesten und schönsten Erinnerungen zählen.
PFARRKIRCHE ST. OSWALD IN MARKTL: In der Marktler Pfarrkirche wurde Joseph Ratzinger am Tag seiner Geburt am Karsamstag 1927 getauft. Zwar wurde das Gotteshaus vor mehr als 40 Jahren umgebaut und modernisiert. Der ursprüngliche, zwischen 1855 und 1857 entstandene neugotische Taufstein, über dem Ratzinger getauft worden war, steht seit Ostern aber wieder in der Kirche. Nach Einschätzung des Passauer Bischofs Wilhelm Schraml ist der Abstecher nach Marktl “ein symbolisches Zeichen des Papstes für die gesamte Inn-Salzach Region”, in der er seine Kindheit und Jugend verbracht hat.
Dienstag, 12. September: Regensburg
UNIVERSITÄT REGENSBURG: Die Begegnung mit Professoren und Studenten aus ganz Bayern in der Universität erinnert an die wissenschaftliche Karriere Ratzingers. In seiner akademischen Laufbahn lehrte er in Freising, Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg. An der Uni Regensburg war Ratzinger von 1969 bis 1977 Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte und von 1976 bis 1977 auch Vizepräsident. Noch heute steht der Papst als “Honorarprofessor” im Vorlesungsverzeichnis der Universität.
Mittwoch, 13. September: Regensburg und Pentling
WOHNHAUS IN PENTLING: Pentling ist für den Papst heute noch “im tiefsten Sinne ein Daheim”. 1970 baute der damalige Universitätsprofessor in dem Vorort von Regensburg ein Haus und zog dort ein. Als er 1977 Erzbischof von München und Freising wurde, behielt er das Haus. Selbst während seiner Tätigkeit als Präfekt der Glaubenskongregation in Rom verbrachte er weiterhin seine Urlaube in Pentling. Bis heute ist er Bürger der Gemeinde. Zusammen mit seinem Bruder will der Papst den Nachmittag in seinem früheren Wohnhaus verbringen, das ihm immer noch gehört.
FRIEDHOF IN REGENSBURG-ZIEGETSDORF: Auf dem in der Nähe von Pentling gelegenen Friedhof sind die Eltern des Papstes und seine Schwester begraben.
Donnerstag, 14. September: Freising
FREISINGER DOM: Der Besuch im Freisinger Dom wird den Papst an seine Priesterweihe vor 55 Jahren erinnern. Am 29. Juni 1951 wurden Joseph und Georg Ratzinger mit mehr als 40 anderen Kandidaten von Kardinal Michael Faulhaber zu Priestern geweiht. Zuvor hatte Ratzinger mehrere Jahre in Freising Theologie studiert, von 1952 bis 1957 war er dort dann als Dozent tätig und wohnte eine Zeit lang auf dem Domberg. Als Erzbischof weihte er zwischen 1977 und 1982 im Mariendom insgesamt 30 Diakone zu Priestern. (ddp)