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Archive for the ‘Finanzen’


Abgeltungsteuer - Steuer Tipps

Steuern können durch Umschichtung des Vermögens optimiert werden - Haufe Kompass erklärt die Abgeltungsteuer und gibt Tipps für zeitnahe Umsetzung

Die Einführung der Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 wird nach Expertenmeinung dazu führen, dass Anleger in den kommenden Monaten rund 200 Mrd. Euro abgeltungsteuerbedingt umschichten werden. “Es existieren Gestaltungsspielräume, die Anleger unter Berücksichtigung ihrer individuellen Steuersituation nutzen können”, sagen Peter Frey und Dr. Steffen Rapp. In dem neuen Haufe Kompass “Die Abgeltungsteuer” haben die Steuerexperten jetzt für Bankmitarbeiter und Kunden gleichermaßen auf 48 Seiten die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zusammengefasst.

Weil ab dem 1. Januar 2009 die privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen und bestimmte Einkünfte aus der Altersvorsorge der einheitlichen Abgeltungsteuer von 25 Prozent unterliegen, hat die Nachfrage nach Dachfonds und Fonds gebundenen Lebensversicherungen bereits seit Jahresbeginn deutlich angezogen. Einige Finanzprodukte wie Zertifikate sind aus Steuersicht sogar nur bis Ende Juni 2008 interessant. Denn: Sollen die Gewinne der Papiere nicht mit dem Fiskus geteilt werden, müssen sie mindestens zwölf Monate im Depot verweilen und zudem vor dem 30. Juni 2009 verkauft oder fällig werden.

“Gleichwohl sollten sich Verbraucher bei der Wahl künftiger Finanzprodukte zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge nicht von Angst und Unsicherheit leiten lassen”, sagt Autor Peter Frey. Er rät daher, sich zunächst einen Überblick über das Thema sowie alle Möglichkeiten zu verschaffen. Erst danach steht das Gespräch mit der Bank oder dem Vermögensberater an. Damit das Gespräch fruchtbar wird, erläutern er und Co-Autor Steffen Rapp im Haufe Kompass kurz und prägnant, welches Kapitalvermögen tatsächlich der Abgeltungsteuer unterliegt, welche Erträge verschont bleiben, wie Aufwendungen und Sparer-Freibeträge berücksichtigt werden oder wann und wie der Staat künftig bei laufenden Erträgen zugreift. Zudem führen sie einige Fristen auf, die Anleger und die auszahlenden Stellen beachten müssen.

Nach Angaben der Experten sollten sich Kunden und Bankmitarbeiter bereits jetzt mit den Neuerungen befassen. Nachfolgend geben die Autoren fünf Tipps, mit denen sich jetzt noch Geld sparen lässt.

Tipp 1: Da der Steuersatz für Zinserträge gesenkt wird, wäre zu überlegen, ob Zinsen, die wirtschaftlich vor dem 1.1.2009 anfallen, erst nach dem 31.12.2008 steuerlich vereinnahmt werden können. Dabei helfen etwa Zero Bonds oder Bundesschatzbriefe Typ B oder Finanzierungsschätze des Bundes.

Tipp 2: Durch den Erwerb von Aktien, Anteilen an Investmentfonds und Termingeschäften vor dem 1.1.2009 lässt sich die Steuerfreiheit außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist bewahren. Wer weiß, was er will, sollte rechtzeitig investieren.

Werbungskosten: Im Hinblick auf die Nichtabzugsfähigkeit von Fremdfinanzierungskosten können Anlageformen gewählt werden, die diese Aufwendungen internalisieren oder die zu einer Umqualifizierung der Kapitalerträge führen.

Realisierung von Spekulationsverlusten: Denkbar ist, dass Spekulationsaltverluste realisiert werden und damit Altverlustvorträge aufgebaut werden. Diese können während der Übergangsphase vom 1.1.2009 bis zum 31.12.2013 mit Kapitalerträgen verrechnen werden, die grundsätzlich der Abgeltungsteuer unterliegen.

Special Investment Vehicle (SIV): In Ausnahmefällen kann die Einschaltung von in- oder ausländische Spezialfonds, vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaften oder fondsgebundenen Lebensversicherungen zu einer Stundung der Abgeltungsteuer führen, solange der SIV nicht ausschüttet.

Weitere Informationen zur “Abgeltungsteuer” können Sie nachlesen in dieser Broschüre:

“Die Abgeltungsteuer”
Peter Frey und Dr. Steffen Rapp
48 Seiten, 3,95 Euro
Rudolf Haufe Verlag, Niederlassung Planegg bei München
ISBN 978-3-448-09209-7

ProSiebenSat1 Medien AG

Der Verkauf des Mehrheitsanteils an der ProSiebenSat.1 Media AG an die Finanzinvestoren Permira und KKR soll im ersten Quartal nächsten Jahres abgeschlossen werden. Diesen Zeitplan nannte der US-Medienunternehmer Haim Saban am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Permira und KKR beabsichtigen ferner, den Aktionären von ProSiebenSat.1 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu machen. Die ProSiebenSat.1 Media AG ist das größte kommerzielle TV-Unternehmen in Deutschland. Saban hatte 2003 rund 550 Millionen Euro für das Unternehmen bezahlt.

Wie weiter verlautete, wollen Permira und KKR die von ihnen kontrollierte westeuropäische Senderkette SBS mit ProSiebenSat.1 zusammenlegen. Die Aktivitäten sollen zukünftig vom ProSieben-Sitz in Unterföhring bei München geleitet werden. So könnte die zweitgrößte paneuropäische Senderkette nach der zum Bertelsmann-Konzern gehörenden RTL Group entstehen.

ProSiebenSat.1 begrüßte die Übernahme. Der neue Hauptgesellschafter eröffne der Gruppe neue strategische Perspektiven, sagte der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch am Freitag. Als Kern eines neuen europäischen TV-Konzerns könnte ProSiebenSat.1 seine erfolgreiche Unternehmensstrategie auf internationaler Ebene weiter ausbauen.

Der Verlag Axel Springer, der zwölf Prozent des Grundkapitals von ProSiebenSat.1 hält, will nicht kurzfristig über sein Investment entscheiden. “Wir werden erst Gespräche mit dem neuen Mehrheitsaktionär führen und anschließend über unser weiteres Vorgehen bei unserer Beteiligung entscheiden”, sagte eine Springer-Sprecherin am Donnerstag. Springer war mit seinen eigenen Übernahmeplänen Anfang dieses Jahres am Bundeskartellamt gescheitert. (ddp)

RWE AG

Das Bundeskartellamt wirft der RWE AG einen Missbrauch ihrer Marktmacht bei der Einpreisung von CO2-Zertifikaten in den Strompreis vor. Eine RWE-Sprecherin bestätigte am Dienstag den Eingang eines Schreibens vom Kartellamt. Es gehe dabei um den Vorwurf einer “unrechtmäßigen Berücksichtigung von CO2-Preisen”, sagte sie.

Das Bundeskartellamt wollte sich am Dienstag nicht äußern. Die Bonner Behörde hat aber für Mittwochvormittag zu einer Pressekonferenz eingeladen, in der Kartellamts-Präsident Ulf Böge zu dem Verfahren Stellung nehmen will. Das Kartellamt ermittelt bereits seit rund einem Jahr gegen die großen Stromunternehmen wegen der CO2-Einpreisung. Dabei konzentriert sich Böge offenbar auf die Preisgestaltung 2005 der Versorger bei den Industriekunden.

Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” (Mittwochausgabe) hat das Kartellamt RWE aufgefordert, die Preise für die Industrie rückwirkend drastisch zu senken. RWE habe bis zum 22. Februar Zeit für eine schriftliche Stellungnahme. Danach solle die Entscheidung der Behörde ergehen. Die Düsseldorfer E.ON Energie AG müsse in einem parallelen Verfahren mit einer ähnlichen Entscheidung rechnen, berichtete die Zeitung am Dienstagabend vorab. Bei E.ON Energie war auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (ddp)

Chemie und Pharmakonzerns Altana

Die außerordentliche Hauptversammlung des Bad Homburger Chemie- und Pharmakonzerns Altana hat in der Nacht zum Mittwoch in Frankfurt am Main dem Verkauf der Pharmasparte an das dänische Unternehmen Nycomed für 4,6 Milliarden Euro mehrheitlich zugestimmt.

Am Dienstagvormittag hatte Vorstandsvorsitzender Nikolaus Schweickart erneut die Gründe für die geplante Veräußerung erläutert und die Aktionäre um Zustimmung zu dem Vorhaben gebeten. Der Verkauf sei unter anderem von den stark gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten in der Branche getrieben worden. “Für ein Unternehmen mittlerer Größe wie Altana Pharma sind diese gestiegenen und weiter steigenden Forschungskosten alleine mittel- und langfristig nicht zu schultern”, sagte er.

Viele Kleinaktionäre äußerten ihren Unmut über den Verkauf, den Preis und die Verkaufsmodalitäten. Einzelne Aktionäre kritisierten die Konzernaufspaltung als Versäumnis des Managements, rechtzeitig für Nachschub in der Produktpipeline zu sorgen. Die Aktionärsvereinigungen Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) äußerten zwar auch Bedenken, signalisierten aber ihre Zustimmung. Die Aktionäre erhalten den Verkaufsgewinn in Form einer Sonderdividende von 32 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Altana hatte den Verkauf im September bekannt gegeben. Das Unternehmen will sich künftig auf den kleineren Bereich Chemie konzentrieren. Der Pharmabereich beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro um. Die Chemiesparte verzeichnete 2005 mit 4400 Mitarbeitern einen Umsatz von 907 Millionen Euro. (ddp)

Luft und Raumfahrtkonzern EADS

Die Verhandlungen zur Übernahme eines Teils der DaimlerChrysler-Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS durch Investoren dauern an. “Es gibt Interessenten und Investoren, die auch schon miteinander Vertragsdetails besprechen”, sagte der stellvertretende Regierungssprechers Thomas Steg am Freitag in Berlin. Zum Kreis der Investoren wollte er keine genauen Angaben.

Die Gespräche seien in den vergangenen Wochen “sehr zielstrebig und ergebnisorientiert” geführt worden und befänden sich inzwischen “in einer sehr entwickelten Phase”, sagte Steg. Die Regierung gehe davon aus, dass diese Gespräche in den nächsten Tagen und Wochen zu einem guten und befriedigenden Ergebnis kommen werden. Dieses werde dann mitgeteilt. “Dann können wir sehen, wer diesen Anteil künftig zeichnen wird”, sagte er.

Einen Bericht, wonach die Allianz sich an einer Lösung für EADS beteiligen will, bestätigte Steg nicht. Die “Financial Times Deutschland” (Freitagausgabe) berichtete, dass sich der Versicherungskonzern an der finanziellen Lösung für die zum Verkauf stehenden 7,5 Prozent von DaimlerChrysler an EADS beteiligen wird. “Sofern eine wirtschaftlich tragfähige Lösung für EADS gefunden wird, können wir uns ein Engagement vorstellen”, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann dem Blatt.

Damit würde sich der Kreis der Institute, die den Kauf des Pakets von DaimlerChrysler finanzieren sollen, vergrößern. Es gehe um ein Derivatekonstrukt mit vier Jahren Laufzeit, schreibt die Zeitung. Darauf hätte sich die Bundesregierung mit einer Kerngruppe aus Deutscher Bank, Commerzbank, Goldman Sachs und KfW geeinigt. Sie suche nun weitere Investoren. Bislang hätten BayernLB, Landesbank Baden-Württemberg, L-Bank und das Land Hamburg signalisiert, mitmachen zu wollen.

Der Autokonzern Daimler-Chrysler möchte ein Drittel seines EADS-Anteils von insgesamt 22,5 Prozent verkaufen. Die Bundesregierung versucht, einen direkten Einstieg des Staates zu vermeiden, aber das deutsch-französische Gleichgewicht in dem Mutterkonzern des kriselnden Flugzeugbauers Airbus zu erhalten. Frankreich ist direkt und indirekt ebenfalls zu 22,5 Prozent an EADS beteiligt. (ddp)