ProSiebenSat1 Medien AG
Der Verkauf des Mehrheitsanteils an der ProSiebenSat.1 Media AG an die Finanzinvestoren Permira und KKR soll im ersten Quartal nächsten Jahres abgeschlossen werden. Diesen Zeitplan nannte der US-Medienunternehmer Haim Saban am Freitag in einer Telefonkonferenz.
Permira und KKR beabsichtigen ferner, den Aktionären von ProSiebenSat.1 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu machen. Die ProSiebenSat.1 Media AG ist das größte kommerzielle TV-Unternehmen in Deutschland. Saban hatte 2003 rund 550 Millionen Euro für das Unternehmen bezahlt.
Wie weiter verlautete, wollen Permira und KKR die von ihnen kontrollierte westeuropäische Senderkette SBS mit ProSiebenSat.1 zusammenlegen. Die Aktivitäten sollen zukünftig vom ProSieben-Sitz in Unterföhring bei München geleitet werden. So könnte die zweitgrößte paneuropäische Senderkette nach der zum Bertelsmann-Konzern gehörenden RTL Group entstehen.
ProSiebenSat.1 begrüßte die Übernahme. Der neue Hauptgesellschafter eröffne der Gruppe neue strategische Perspektiven, sagte der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch am Freitag. Als Kern eines neuen europäischen TV-Konzerns könnte ProSiebenSat.1 seine erfolgreiche Unternehmensstrategie auf internationaler Ebene weiter ausbauen.
Der Verlag Axel Springer, der zwölf Prozent des Grundkapitals von ProSiebenSat.1 hält, will nicht kurzfristig über sein Investment entscheiden. “Wir werden erst Gespräche mit dem neuen Mehrheitsaktionär führen und anschließend über unser weiteres Vorgehen bei unserer Beteiligung entscheiden”, sagte eine Springer-Sprecherin am Donnerstag. Springer war mit seinen eigenen Übernahmeplänen Anfang dieses Jahres am Bundeskartellamt gescheitert. (ddp)