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Archive for the ‘Gesundheit’


Hilfe bei Schnupfen

Durch häufiges Naseputzen kann sich die Haut rund um das Riechorgan schnell entzünden. Schnäuzen mit dem Taschentuch ist dann nur noch unter Schmerzen möglich. “Die empfindlichen Stellen lassen sich am besten mit einer beruhigenden, fetthaltigen Creme behandeln, die speziell gegen Hautrötungen hilft”, sagt Hautärztin Hortensia Pfannenstiel aus München.

Die Dermatologin rät zu Produkten auf pflanzlicher Basis, die in Drogerien oder Apotheken erhältlich sind. “Sie können zeitlich unbegrenzt verwendet werden. Wer empfindliche Haut im Gesicht hat, sollte die Creme bei Erkältungen täglich morgens und abends auftragen”, rät Pfannenstiel.

Lösen die roten Stellen beim Schnäuzen starke Schmerzen aus, könne ein Hautarzt zur kurzfristigen Behandlung Kortison verschreiben, um die akute Entzündung einzudämmen, sagt die Dermatologin.

Um die Nase vorbeugend zu schonen, sollte sie ganz vorsichtig geputzt werden. “Dabei darf man sie auf keinen Fall zudrücken, an ihr reiben und sie nicht komplett mit dem Taschentuch umschließen”, betont die Ärztin. Ideal sei es, das Tuch so vor die Nasenlöcher zu halten, dass es kaum Berührungen gibt. (ddp)

Fit am PC

Eine einseitige Sitzhaltung am Schreibtisch schadet dem Rücken und lässt auf Dauer die Muskeln verspannen. Mit regelmäßigem Training kann man Schmerzen vorbeugen. Unter der Internetadresse die-praevention.de (Rubrik Bewegung/Schreibtischübungen) hat das Bundesministerium für Gesundheit kleine Schreibtischübungen für die Pause am Arbeitsplatz bereitgestellt.

Im Mittelpunkt des Internetangebots steht der virtuelle Trainer Paul. Schritt für Schritt führt er die Übungen am Monitor vor und lädt zum Mitmachen ein. Unter anderem stehen Programme zur Entspannung der Halswirbelsäule, des Schultergürtels sowie ein Training für Arme, Hände und Finger zum Download bereit. Wer im Büro keinen internetfähigen Computer hat, kann die Übungen am heimischen PC ausdrucken und zur Arbeit mitnehmen. (ddp)

Weihnachten kein Fest fuers Herz

Ob Einkäufe in vollen Geschäften, Essensvorbereitungen oder ein Marathon an Einladungen: Die Beschaulichkeit rund um die Weihnachtstage fällt oftmals der mangelnden Zeit zum Opfer. Der Körper ist damit einer ungewohnten Belastung ausgesetzt - und die schadet auch dem Herzen.

“Eine amerikanische Langzeitstudie hat gezeigt, dass über Weihnachten die Sterblichkeit um bis zu 6 Prozent ansteigt. Zudem gibt es mehr Herztote, als zu dieser Jahreszeit eigentlich zu erwarten wären”, sagt Professor Karl Werdan vom Universitätsklinikum Halle-Wittenberg und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Einen einzelnen Verursacher für diesen Anstieg konnten die Forscher, die zwischen 1971 und 2001 rund 53 Millionen Todesfälle untersuchen, jedoch nicht ausmachen. “Wahrscheinlich ist, dass eine Kombination aus vielen Faktoren zu den Auslösern gehört. Dazu zählen emotionale Anspannung bei Familientreffen sowie üppiges Essen und übermäßiger Alkoholkonsum”, sagt Werdan.

“Auch der schlagartige Wechsel von vorweihnachtlichem Stress in eine Ruhe- und Genussphase kann Herzrhythmusstörungen auslösen - selbst bei jungen und gesunden Menschen”, sagt Professor Georg Ertl, Kardiologe und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Da für Alleinstehende Weihnachten häufig ein Fest der Traurigkeit ist, leidet auch ihr Herz besonders: “Die Depression ist mittlerweile ein anerkannter Risikofaktor, der durchaus zum Auftreten von Herzinfarkten beitragen kann”, betont Werdan.

Besonders folgenreich sei der nachlässige Umgang mit Herzbeschwerden an den Feiertagen. “Die Menschen suchen in dieser Zeit viel zu langsam und zu selten ärztliche Hilfe”, betont Werdan. So wollen viele im Dienste der Familie perfekt funktionieren und ignorieren ernsthafte Alarmzeichen. “Dabei muss niemand Angst vor einer mangelnden Versorgung haben. Denn auch an den Feiertagen sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser besetzt”, erläutert der Arzt.

Signale des Körpers, bei denen umgehend die 112 gewählt werden sollte, sind heftige Beschwerden in der Brust, Luftnot sowie anhaltendes Herzstolpern. “Häufig entwickelt sich ein Druck hinter dem Brustbein, der von vielen Patienten wie ein belastender Stein beschrieben wird”, sagt Werdan. Oft macht sich vor einem Herzinfarkt auch ein Gefühl der Angst breit. “Die Schmerzen können zudem in den Kiefer, Rücken oder den linken Arm ausstrahlen”, betont Werdan.

Allerdings müssen nicht immer alle Symptome auftreten. “Gerade bei älteren Menschen kündigt sich ein Herzinfarkt vielfach sehr unspezifisch mit Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Erbrechen an”, erläutert Werdan. Wenn es bereits Herzinfarkte in der Familie gegeben hat, müsse man besonders sensibel auf die Signale des Körpers achten. “Das gilt auch für Raucher sowie Patienten mit Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Bluthochdruck”, sagt Ertl.

Damit das Herz kein Fall für die Notaufnahme wird, raten die Experten zu maßvollem Essen und Trinken. Auch ein Spaziergang nach dem Festmahl könne der Gesundheit nützen. “Man sollte sich bewusst machen, dass Weihnachten die Zeit der Muße und Einkehr ist”, sagt Ertl. “Selbstverständlich muss man deshalb zu Weihnachten nicht auf Genüsse verzichten. Denn geringe Mengen Alkohol schaden auch einem Herzkranken nicht”, betont der Kardiologe. “Allerdings sollte sich alles im Rahmen halten.” (ddp)

Lebenserwartung Raucher

Nur weniger zu rauchen statt ganz aufzuhören, hat keinen nennenswerten Effekt auf die Lebenserwartung. Das haben norwegische Forscher in einer Langzeitstudie mit über 51 000 Teilnehmern herausgefunden.

Zwischen 1974 und 1978 wurden die Freiwilligen mindestens zweimal untersucht und in eine von sechs Raucherkategorien eingeteilt. Um den angegebenen Tabakkonsum tendenziell beobachten zu können, untersuchten die Forscher das Blut der Probanden auf Thiocyanat, ein Stoffwechselprodukt, mit dem Tabakkonsum nachgewiesen werden kann und das lange im Blut verweilt. Die Forscher nahmen dann bis zum Jahr 2003 alle Todesfälle unter den Probanden und deren Ursache auf.

Die Rate der mit Tabakkonsum verbundenen Krebserkrankungen unter Männern, die weniger rauchten, war nicht messbar niedriger als die von konstant starken Rauchern. Bei der Sterblichkeit insgesamt hatten die Männer mit nur geringem Konsum in den ersten 15 Jahren zwar noch ein geringeres Risiko, danach gab es jedoch keinen Unterschied mehr zwischen starken und gemäßigten Rauchern. Auch bei den Frauen, die ihren Zigarettenkonsum mäßigten, konnten die Forscher keine Senkung der Sterblichkeit beobachten.

Die Ergebnisse könnten die Vermutung nahelegen, dass die Probanden ungenaue Angaben zu ihrem Zigarettenkonsum gemacht, stärker inhaliert oder die Zigaretten weiter als normal geraucht hatten. Die Blutuntersuchungen jedoch ergaben, dass das Blut der Probanden, die nach eigenen Angaben ihren Konsum eingeschränkt hatten, tatsächlich weniger Thiocyanat aufwies als das der starken Raucher.

Die Langzeitstudie kann also keine Verringerung der Sterblichkeit durch reduzierten Tabakkonsum nachweisen, schließen Tverdal und Bjartveit. Das bedeute, dass Raucher möglicherweise in die Irre geführt werden, wenn ihnen geraten wird, den Tabakkonsum zugunsten der Gesundheit einzuschränken. Wer hingegen ganz mit dem Rauchen aufhört, hat eine um 50 Prozent niedrigere Sterblichkeit als ein starker Raucher, ergab die Auswertung. (ddp)

Sexuell uebertragbare Krankheiten

Es sah schon einmal so aus, als bräuchte man Geschlechtskrankheiten bald nicht mehr zu fürchten. In den 80er Jahren sank ihre Zahl, da sich aus Furcht vor Aids die Menschen mehr als je zuvor beim Sex mit Kondomen schützten. Doch diese Vorsicht ebbte nach und nach ab.

Seit einigen Jahren nehmen die Fälle von Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien und Genitalherpes in Westeuropa stetig zu. Besonders in Großbritannien und Skandinavien werden mehr und mehr Infektionen beobachtet. Seit 2001 hat dieser Trend auch Deutschland erfasst. Aus Sachsen wurde kürzlich ein Anstieg der Syphilis-Fälle um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. “Syphilis ist eine Markererkrankung. Wenn sie sich ausbreitet, gilt das auch für andere Geschlechtskrankheiten”, erklärt Martin Hartmann, Mediziner an der Universitätsklinik in Heidelberg.

Wichtige Indizien liefert für solche Trends neuerdings auch ein bundesweites Meldesystem. Etwa 265 Gesundheitseinrichtungen erfassen Fälle von Neuerkrankungen und übermitteln diese an das Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI). Arztpraxen, Gesundheitsämter und Fachambulanzen dienen dabei als eine Art Wachtposten, um den Ausbruch einer Geschlechtskrankheit rechtzeitig zu lokalisieren.

Jedes Jahr werden im Meldesystem rund 80 000 Untersuchungen von Patienten gezählt. Im Schnitt werden jährlich bei 760 von ihnen Chlamydien gefunden, 390 leiden an einer Gonorrhö und bei knapp 400 wird die Diagnose Syphilis gestellt. In einem Bericht des Robert-Koch-Institutes heißt es: “Die bisherigen Resultate weisen darauf hin, dass sexuell übertragbare Erkrankungen in Deutschland häufig vorkommen.”

Seit 2004 zeigt das RKI-Frühwarnsystem zudem in Aachen ein Ausbruch der Syphilis an. “Vorher trat die Krankheit dort nur sporadisch auf. Dann hatten wir in kurzer Zeit 150 Fälle in der Region”, berichtet Ulrich Marcus, Mediziner am Robert-Koch-Institut in Berlin. “Der Ausbruch begann auf dem Beschaffungsstrich bei drogengebrauchenden Prostituierten.” Das Institut hat dem Aachener Gesundheitsamt geraten, die Betroffenen über Aufklärungskampagnen, durch Sozialarbeiter und Presseinformationen auf die Gefahr hinzuweisen. Ein durchschlagender Erfolg blieb bisher aus. Es werden weiter Neuerkrankungen gemeldet.

Generell nehmen die Geschlechtskrankheiten in den Großstädten, aber auch an den Landesgrenzen am stärksten zu. “In den Grenzgebieten zu Polen, der Slowakei und zu anderen Ländern begünstigt die angespannte wirtschaftliche Lage die Prostitution”, sagt Klaus Jansen, Psychologe am Robert-Koch-Institut. Das wiederum beschleunigt die Ausbreitung der Infektionen. Hinzu kommt, dass die Gesundheitsversorgung in diesen Landesteilen häufig äußerst dürftig ist. “Wenn Sie 200 Kilometer fahren müssen, um in die nächste Klinik zu kommen, ist das ein Problem”, veranschaulicht der Experte. In einem EU-Projekt wird deshalb nun auch für vier Grenzregionen zwischen den neuen und alten EU-Mitgliedsstaaten ein Meldesystem aufgebaut.

“Eine Chlamydien-Infektion ist mit Abstand die häufigste Geschlechtskrankheit”, betont Jansen. “Sie verläuft aber in zwei Dritteln der Fälle ohne Symptome und bleibt deshalb leider oft unerkannt.” Daher dürften die Zahlen im Meldesystem auch nur die Spitze des Eisberges zeigen.

In einer Untersuchung an Berliner Schulen wurden die Bakterien fast bei jedem zehnten Mädchen gefunden. Es wird vermutet, dass sich jährlich 300 000 Menschen hier zu Lande neu anstecken. Die Erreger können im schlimmsten Fall die Eileiter entzünden. Beim Abheilen entstehen wulstige Narben, die den Kanal unter Umständen so verengen, dass befruchtete Eizellen nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. “Bei unerfülltem Kinderwunsch taucht in unserer Sprechstunde früher oder später immer die Frage nach Chlamydien auf”, sagt Hartmann. Die Hälfte der ungewollt kinderlosen Frauen ist durch eine langjährige Infektion unfruchtbar geworden.

RKI-Fachmann Jansen setzt auf Aufklärung: “Viele wissen gar nicht, dass Chlamydien, übrigens genauso wie Gonorrhö und Syphilis, Schmierinfektionen sind. Das heißt, ein Kondom alleine bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Es kann schon beim Vorspiel passieren.” Sollten an den Genitalien Symptome wie Jucken, Brennen oder Rötungen auftreten, muss sofort der Frauenarzt oder der Urologe aufgesucht werden.

Chlamydien, Syphilis und Gonorrhö lassen sich problemlos mit einem Antibiotikum bekämpfen. Andere Geschlechtskrankheiten wie Genitalherpes oder Warzenviren können jedoch in der Regel nur an den Symptomen kuriert werden. Die Viren bleiben zeitlebens im Körper. Ganz zu schweigen von den Folgen einer HIV-Infektion. “Deshalb ist es so wichtig, dass man sich vorher überlegt, was man macht”, mahnt Hartmann eindringlich und wiederholt einen ebenso wichtigen wie alten Rat: “Safer Sex bietet den größten Schutz vor Geschlechtskrankheiten.” (ddp)