Kein Comeback fuer Nicki
“Nur noch daheim sitzen, das geht nicht”, hatte Nicki vor drei Monaten betont. Nach 17 Jahren Pause startete die Sängerin (”I bin a bayerisches Cowgirl”, “Wenn i mit dir tanz”) damals ihr Comeback ins Musikgeschäft und brachte das neue Album “I gib wieder Gas” auf den Markt. Aus “gesundheitlichen und familiären Gründen” zieht sich die 39-Jährige nun wieder ins Privatleben zurück.
Das große Interesse an ihr und die geplanten rund 20 Live-Termine für 2007 hätten sich doch nicht mit ihrem Familienleben vereinbaren lassen, teilte Nickis Plattenfirma Sony BMG am Montag in München mit. Sie werde sich daher künftig wieder nur um ihre beiden Töchter Sina-Marie (6) und Kimberly (4) kümmern.
Durch die neue Doppelbelastung von Karriere und Beruf war die Sängerin den Angaben zufolge zunächst an einer schweren Grippe erkrankt und hatte dann einen Nervenzusammenbruch erlitten. In einem Statement hob Nicki hervor: “Ich habe es einfach unterschätzt; die Belastung war zu groß. Ich danke allen Medienpartnern und Fans, die mich so herzlich wieder empfangen haben. Aber es ging einfach nicht. Es tut mir Leid.”
Vor allem die Trennung von den Töchtern bei Fernseh- und Werbeauftritten für ihre neue CD sei ihr schwer gefallen, sagte Nickis Managerin Sonja Heideroth auf ddp-Anfrage. “Das hatte sie sich alles einfacher vorgestellt.” Zuletzt sei es Nicki deswegen “wirklich sehr schlecht” gegangen. Inzwischen befinde sie sich aber auf dem Weg der Besserung.
Sony-BMG-Sprecher Holger Spille betonte unterdessen, dass keineswegs enttäuschte Erfolgserwartungen zu Nickis Rückzug geführt hätten. “Sie ist gut angekommen, wir waren mehr als im Soll”, sagte er. Nickis Album hatte nach seinen Worten in den Mediacontrol Charts Platz 87 belegt. “Das ist für ein Schlager-Album nicht so ungewöhnlich. Es gibt wenige Schlager-Künstler, die weit oben landen”, sagte Spille. Die Flippers, Kristina Bach oder Roger Whittaker zählten etwa dazu.
Als Nesthäkchen des deutschen Schlagers wurde Nicki in den 80er Jahren bekannt. Mit gerade mal 15 Jahren hatte die 1,53 kleine Niederbayerin, die eigentlich Doris Hrda heißt, bei einem Gesangswettbewerb in Landshut ihren ersten Auftritt. Ein Jahr später, 1983, landete sie mit “Servus, mach´s guat” ihren ersten Hit und erklomm in den folgenden Jahren mit Titeln wie “I bin a bayerisches Cowgirl oder “I wär am liebsten mit dir ganz alloa” immer wieder die deutschen Hitparaden.
1999 zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück, um sich ganz der Familie zu widmen. Vermisst habe sie in dieser Zeit nichts, sagte sie im September im ddp-Gespräch. “Ich lebe immer im Moment. Ich habe gesagt, jetzt ist Pause und habe es genossen, ein normales Leben zu führen.” Dann habe es aber wieder “gekribbelt”. Nicki freute sich darauf, “wieder unterwegs zu sein, ins Fernsehen zu kommen, alte Kollegen zu treffen”. Unter Erfolgsdruck wollte sie sich dabei nicht setzen lassen. Sie müsse nicht “ganz oben” sein, “lieber schön in der Mitte und nicht schnell runterfallen”, sagte sie damals.
Mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Schmid, mit dem sie seit elf Jahren liiert ist, und den gemeinsamen Töchtern lebt Nicki in Plattling auf dem Anwesen ihrer Eltern. Dort war sie mit ihren fünf Geschwistern, drei Brüdern und zwei Schwestern, aufgewachsen. Wie schon am Anfang ihrer Karriere sei sie auch jetzt wieder von der ganzen Familie unterstützt worden, sagte ihre Managerin. “Aber mit Kindern ist es einfach etwas anderes.” Ob Nicki in der Zukunft, wenn die Töchter größer sind, wieder Musik machen will, sei offen: “Sie muss erst mal gesund werden, das ist das Wichtigste”, betonte Heideroth. (ddp)