Daihatsu Trevis
Mancher Autohersteller will seine Ware als etwas Besonderes anpreisen. So lobte einst Lancia sein Modell Ypsilon als glamouröses Fahrzeug, wie geschaffen für Frauenherzen. Der Markterfolg erwies sich eher als gering. Jetzt fährt Daihatsu mit seinem neuen Modell Trevis vor und betont: “Ein Frauenversteher im trendigen Retro-Design.”
Der Trevis könnte eine Reinkarnation des ursprünglichen Mini sein, bevor BMW das Modell übernahm und weiterentwickelte. Praktisch, wirtschaftlich und von besonderem Charme. Gerade mal 3,40 Meter lang, aber 1,50 Meter hoch bietet der Stadtfloh vier Personen erstaunlich viel Platz. Besonders vorne kommen keine Klagen auf. Der lange Radstand sowie der recht kleine Kofferraum schaffen dafür die Basis. Falls gewünscht, lässt sich das Ladeabteil auf satte 420 Liter vergrößern. Im Normalzustand schrumpft das Fassungsvermögen allerdings auf 167 Liter. Der Innenraum präsentiert sich aufgeräumt und zweckmäßig, ohne stilistische Spielereien. Auch somit ähnelt der Trevis seinem klassischem Vorbild, dem Mini. Der ließ sich ebenfalls erst durch Zukäufe bis hin zum Edelholz-Armaturenbrett aufpeppen.
Angetrieben wird der Trevis von einem quirligen Dreizylinder (58 PS). Der besitzt nur einen Liter Hubraum und stammt aus dem Schwestermodell Cuore. Damit kann man keine Rekorde brechen, aber dank seines geringen Eigengewichts (knapp 800 Kilogramm) lässt sich der Fronttriebler ansprechend bewegen. Immerhin schafft es der Kleinwagen in 12,2 Sekunden auf Tempo 100 und hält sich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h selbst auf Autobahnen ganz wacker. Nach Angaben des Herstellers sind pro 100 Kilometer im Schnitt 4,8 Liter Normalbenzin fällig. Naturgemäß ist urbanes Gebiet die Domäne des Kleinwagens, flink bewegt, flink eingeparkt. Langstreckenqualitäten hingegen gehören weder zum Lieblingsrepertoire des Fahrwerks noch der Sitze.
Ob nun Frauenversteher oder nicht, unterm Strich hat Daihatsu mit seinem Neuen dem Angebot im Kleinwagensegment eine interessante Alternative beschert. Die allerdings ist nicht ganz billig. Zwar gibt es für Sparfanatiker eine Junior-Ausgabe zehn Euro unter der 10 000-Euro-Marke. Doch Daihatsus Marketing-Strategen setzen auf die Vollausstattung. Die kostet 10 990 Euro, bietet zwei Airbags, Servolenkung sowie die wichtigsten elektrischen Helfer. Außerdem sind ein CD-Radio sowie eine Klimaanlage an Bord. Lediglich Minimalmaß ist indes die Sicherheitsausstattung. Seitenairbags und ESP kann oder will Daihatsu auch gegen Aufpreis nicht liefern. (ddp)






