Das Modernisierungs Objekt
Mit dem Meriva besetzte Opel das Segment der Mini-Vans. Das war vor gut vier Jahren, und entsprechend der Gepflogenheit der Branche ist nun eine Verjüngungskur angesagt. Optisch halten sich die Renovierungsarbeiten in Grenzen, sind nur auf den zweiten Blick erkennbar.
Der bisherige 1,7-Liter-Diesel (75 PS) wurde gegen einen modernen 1.3 CDTI ausgetauscht. Der leistet ebenfalls 75 PS, besitzt Common-Rail- und Vierventil-Technik. Ein wartungsfreier Diesel-Partikelfilter macht dieses Angebot interessant. Die Umwelt- und Gewissensentlastung gibt es einstweilen aber nur als Nachrüstversion. Der Preis ist laut Opel-Sprecher Manfred Daun “Händler- oder Verhandlungssache”, was wohl heißt, besonders guten Kunden kann der Filter womöglich umsonst eingebaut werden.
Als Nachteil erweist sich die Beeinträchtigung der Fahrleistung. Es dauert scheinbar ewige 17,8 Sekunden, bis die Tachonadel Tempo 100 anzeigt, und bei 157 km/h (Werksangaben) ist das Ende der Beschleunigung erreicht. Vielleicht tröstet über den entgangenen Fahrspaß der Verbrauch. Laut Papierform liegt er im Durchschnitt bei fünf Litern.
Der zweite neue Motor ist ein 1.6-Liter-Benziner. Seine 105 PS reichen für Tempo 181, und den Standardsprintwert markiert er mit 13,3 Sekunden. Mit durchschnittlich 6,7 Litern geht der modifizierte Opel mit Kraftstoff etwa acht Prozent sparsamer um als sein Vorgänger.
Bei den unterschiedlichen Ausstattungspaketen werden unter anderem ein erschwingliches Halogen-Abbiege- und -Kurvenlicht (Preis: 390 Euro) sowie eine Mobiltelefon-Vorbereitung offeriert, die auf eine Bluetooth-Schnittstelle und Sprachsteuerung erweiterbar ist. Zu den serienmäßigen Neuerungen gehören die elektrische Entriegelung der Heckklappe mit Griffsensor und das Aktivieren der Scheinwerfer samt Innenbeleuchtung mit der Fernbedienung für 30 Sekunden. So findet sich das Fahrzeug im Dunkeln leichter. Eine sicher in der kalten Jahreszeit komfortable Einrichtung ist der elektrische Heizbeschleuniger.
Schnell richtig warm wird es einem jedoch mit dem Alpha-Tier des Meriva-Rudels, dem OPC. Der 180 PS starke 1.6-Liter-Turbomotor markiert auf dem Tacho als Tempo-Top-Wert 220 km/h. Aus dem Stand beschleunigt der Mini-Van in 8,2 Sekunden über die 100-km/h-Hürde. Der Durchschnittsverbrauch liegt mit 7,8 Litern im akzeptablen Rahmen. Eine Besonderheit des Motors ist die elektronisch geregelte so genannte Overboost-Funktion. Sie erlaubt eine kurzzeitige Erhöhung des Drehmoments um 36 Newtonmeter (Nm) auf 266 Nm. Die Elektronik erkennt den Befehl nach zusätzlicher Kraft am schnellen Durchtreten des Gaspedals. Damit kann der Fahrer beispielsweise Überholvorgänge zügig absolvieren oder auf der Landstraße mal die “Post abgehen” lassen. Der kleine Flitzer zeigt da seine verführerische Seite, zumal Fahrwerk und Bremsen der Leistungssteigerung angepasst wurden.
ABS, ESP und Bremsassistent sind serienmäßige Attribute des OPC Meriva. Auch das sonst optionale Halogen-Abbiege- und -Kurvenlicht steht wie die Recaro-Sportsitze mit Textil-/Leder-Bezug auf der Ausstattungsliste des Sport-Meriva. Sie geben angenehmen Seitenhalt, und auch die Sitzflächen mit ausreichender Auflage für die Oberschenkel versprechen ermüdungsfreies Fahren. Im Fahrbetrieb zerren die 180 PS beim Fahrbahnwechsel und Beschleunigen zwar an der Lenkung, doch der Geradeauslauf ist davon nicht betroffen.
Seit der Markteinführung im Mai 2003 fanden 500 000 Meriva europaweit einen Käufer, 2005 waren es in Deutschland 56 000. Die Preise beginnen bei 14 520 Euro für den 1.4 Meriva, und der 1.6 OPC ist ab 23 000 Euro zu haben. (ddp)






