Der Tod kommt zurück
In einem Haus am Rande von Schwerin wird das Ehepaar Krug ermordet aufgefunden. Am Tatort entdeckt die Polizei den achtjährigen Sohn Patrick (Franz Kroß) mit der Tatwaffe in der Hand unter dem Sofa. Wie durch ein Wunder wurde er vom Mörder übersehen.
In einem Haus am Rande von Schwerin wird das Ehepaar Krug ermordet aufgefunden. Am Tatort entdeckt die Polizei den achtjährigen Sohn Patrick (Franz Kroß) mit der Tatwaffe in der Hand unter dem Sofa. Wie durch ein Wunder wurde er vom Mörder übersehen. Der ältere Sohn Carsten (Johannes Klaußner) hat zur Tatzeit einen Ausflug mit Freunden unternommen. Weil alle Versuche scheitern, den traumatisierten Jungen zu befragen, wendet sich der Ermittler Konrad Fuchs (Harald Schrott) an die erfahrene Polizeipsychologin Hannah Schwarz, gespielt von Barbara Rudnik. Das ZDF sendet am Montag (20.15 Uhr) den dritten Film der Krimireihe “Solo für Schwarz” unter dem Titel “Der Tod kommt zurück”.
Bei Kollegen und Nachbarn der Ermordeten stoßen Hannah und Konrad zunächst auf eine Mauer des Schweigens. Dennoch findet Hannah heraus, dass Krug zu DDR-Zeiten ein mittlerer SED-Funktionär war und über “Unregelmäßigkeiten” im Dorf Bescheid wusste. Anscheinend hat er dieses Wissen nach der Wende genutzt, um einige Bewohner zu erpressen.
Neben diesen kriminalistischen Punkten verraten der Autor Sven S. Poser und der Regisseur und Ko-Autor Martin Eigler wieder einiges über das Privatleben der Protagonistin, die aus Schwerin stammt, in jungen Jahren in den Westen ging und nun durch ihren Beruf wieder in Mecklenburg-Vorpommern landete. Während sich Schwarz in den vorangegangenen Krimifolgen “Tod im Park” und “Tod im See” auch auf privater Ebene mit der DDR-Vergangenheit herumschlagen musste, entscheidet sie sich diesmal, nicht mit ihrem Lebensgefährten, einem Psychiater, in die USA zu übersiedeln, sondern in Schwerin zu bleiben. Zum Glück wird ihr hier sogar auch noch eine neue Anstellung beim Landeskriminalamt angeboten.
Auch auf der Ebene der Verdächtigen verschieben sich im neuen, abermals recht spannenden Krimi die Akzente: Diesmal steht die Generation, die nach der deutschen Einheit geboren wurde, im Fokus. “Es geht um junge Menschen, die in der eigenen Biografie keine ´Systemumbrüche´ zu verkraften haben, aber trotzdem in einer Zeit dramatischer Neuorientierung aufwachsen”, sagt ZDF-Redakteur Martin R. Neumann.
Auch wenn die Krimireihe von der Kölner Firma Network Movie entwickelt wurde und die Heldin Barbara Rudnik in Kassel aufwuchs - die enge Verknüpfung privater Brüche und die ernsthafte Auseinandersetzung mit den Folgen der DDR-Geschichte bis hin zur anhaltenden Landflucht haben maßgeblich zum Erfolg des Formats beigetragen. Der erste Thriller “Tod im Park” avancierte mit 6,2 Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten ZDF-Fernsehfilm des Jahres 2003, und der zweite Film “Tod im See” lockte 5,9 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme.
Der 47-jährigen Barbara Rudnik, die gerade für die Goldene Kamera nominiert wurde, gelingt es auch diesmal, sich vom Rollenklischee der kühlen Blondine abzusetzen und Schwarz als einfühlsame und verletzliche Psychologin mit Ecken und Kanten zu profilieren. Mit ihrem desillusionierten Blick auf bruchreiche Ost-Biografien und düstere Gemütslagen hat die Figur große Chancen, sich als glaubwürdige Identifikationsfigur mit Schweriner Bodenhaftung zu etablieren. Kleinere Inszenierungsmängel wie die überflüssigen szenischen Mini-Einschübe, die die Einfühlung der Ermittlerin in die Opferperspektive anschaulich machen sollen, lassen sich da leicht verschmerzen. (ddp)






