deutsche Nationalmannschaft - Optimismus pur
Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien will die deutsche Nationalmannschaft endlich ihre sechs Jahre andauernde Negativserie gegen die großen Fußball-Nationen beenden.
Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien will die deutsche Nationalmannschaft endlich ihre sechs Jahre andauernde Negativserie gegen die großen Fußball-Nationen beenden. “Der Zeitpunkt ist recht gut, um diese Serie zu brechen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappen wird”, sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Montag in Berlin. Der letzte Sieg einer deutschen Elf gegen einen großen Gegner datiert vom 7. Oktober 2000. Damals hatte sich die noch von Teamchef Rudi Völler trainierte DFB-Auswahl im Londoner Wembleystadion einen 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen England erkämpft. Seitdem setzte es aber in 17 Spielen 11 Niederlagen, darunter auch das verlorene WM-Finale gegen Brasilien (0:2). Ungeachtet dieser Horror-Statistik strotzte Klinsmann vier Tage vor dem WM-Knüller im Berliner Olympiastadion (Freitag, 17.00 Uhr, live in der ARD und bei Premiere) nur so vor Selbstbewusstein: “Wir haben den festen Glauben, dass wir Argentinien schlagen können.” Seine Mannschaft müsse sich bei dieser Weltmeisterschaft vor keiner Nation verstecken. “Wir können mit allen mithalten.”
Gleichwohl bezeichnete der 41-Jährige die Südamerikaner als Riesenkaliber. Die “Albiceleste” habe eine große Mannschaft. “Aber denen können wir absolut Paroli bieten”, betonte Klinsmann. Auch gegen die favorisierten Südamerikaner will sich Klinsmann nicht von seiner offensiv ausgerichteten und extrem laufintensiven Spielphilosophie verabschieden. Er mache sich auch überhaupt keine Sorgen, dass seine Mannschaft aufgrund ihres enormen Energieaufwandes Probleme bekommen könne. “Im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass wir noch wesentlich mehr drauflegen können”, versprach der Bundestrainer. Zwar müsse seine Truppe nach dem souveränen 2:0-Sieg im Achtelfinale gegen Schweden “die Batterie aufladen”. Man werde aber im Training keineswegs die Intensität runterfahren. “Wir werden so arbeiten, dass wir die Batterie nicht nur aufladen, sondern für die nächste Aufgabe noch ein Stückchen größer machen”, betonte Klinsmann. In Erwartung einer möglichen hitzigen Auseinandersetzung mit den emotionalen “Gauchos” nahm Klinsmann seine Spieler zugleich in die Pflicht. “Man kann nur hoffen dass alle Spieler diszipliniert bleiben und sich jeder im Griff hat.”
In der Hitze des Gefechts sei aber alles möglich, sagte Klinsmann mit Blick auf das Achtelfinale zwischen Portugal und der Niederlande (1:0), bei dem am Sonntagabend mit vier Platzverweisen ein neuer WM-Rekord aufgestellt wurde. Er glaube aber nicht, dass es mit der Disziplin Probleme geben werde. Seine Elf sei auch vom Kopf her bestens präpariert. “Die Spieler haben ein Gefühl dafür entwickelt, was diese Weltmeisterschaft für sie bedeutet. Das es etwas Einmaliges ist. Das werden sie nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen”, betonte der Bundestrainer. Für das Kräftemessen mit dem zweifachen Weltmeister kann Klinsmann auf alle Fälle auf Michael Ballack zurückgreifen. Wegen einer leichten Verletzung am Mittelfuß hatte der 29-jährige Kapitän am Sonntag vorsichtshalber mit dem Training ausgesetzt. Laut Klinsmann sei nun aber “alles bestens und behoben.” Von einem Schlüsselduell Ballacks mit dem argentinischen Regisseur Juan Roman Riquelme wollte Klinsmann aber nicht sprechen. “Es spielen zwei Topmannschaften gegeneinander, die sich alles abverlangen werden.”






